Asbest

Mögliches Vorkommen – Kurzbeschreibung

Dach- und Fassadenplatten "Eternit" bis ca. 1991, PVC- Bodenbeläge, Nachtspeicheröfen, Dichtungsschnüre an Öfen, Dichtungen und Klebemassen, Asbestpappe. Fliesenkitte bis Anfang der 80er Jahre.
Mit den Augen nicht wahrnehmbarer Feinstaub, der in die Lungen dringt; Erhebliche Freisetzung bei Beschädigung/Umbau!

Mögliche Symptome

Akute Schäden sehr selten.
Spätschäden nach 20-60 Jahren: Fibrotische Lungenveränderungen bei sehr hohen Atemluftkonzentrationen, Lungenkrebs, bösartige Geschwülste am Bauch- und Rippenfell (Mesotheliom).

Quelle: Umweltinstitut

Formaldehyd

Mögliches Vorkommen - Kurzbeschreibung

Pressspanplatten, Sperrholz, Fertigparkett, Ortschäume, Möbel und Fertigteilhäuser vor allem aus den 70er Jahren; SH-Lacke, pflegeleichte Textilien, Tabakrauch.
Sehr bekannter Innenraumschadstoff, dank Veränderungen in der Produktion Problematik rückläufig.

Mögliche Symptome

Meist keine Geruchsbelästigung! Reizungen der Augen und oberen Atemwege, Kopfschmerzen, Erkältungen, Depressionen, Schlafstörungen, Allergien, Mattigkeitsgefühle, Verdacht auf krebserzeugendes Potential! 
Im Tierversuch fruchtschädigend.

Quelle: Umweltinstitut 

Glykole: "Wasserlacke" lösemittelfrei

Mögliches Vorkommen – Kurzbeschreibung

Wasserlösliche Lösemittel in Klebern, Lacken, Versiegelungen, Beschichtungen, Frostschutzmittel, Lösemittel in Pharmazeutika und Nahrungsmitteln.
Glykolverbindungen sind häufig in Wasserlacken und-Klebern enthalten, verdunsten langsamer als konv. Lösemittel und können zu einer länger anhaltenden Belastung führen. Bei Anwendung Hautkontakt vermeiden.

Mögliche Symptome

Kopfschmerz, trockene und gereizte Schleimhäute, Hautreizungen, Geruchsbelästigungen.

Quelle: Umweltinstitut

Isocyanate

Mögliches Vorkommen – Kurzbeschreibung

Kunststoffe auf Polyurethanbasis, formaldehydfreie PU-Spanplatten, DD-Lacke, Bodenversiegelung auf PU-Basis, PU-Schäume.
Bei Anwesenheit von Wasser (Luftfeuchte) entstehen krebserregende Diamine.

Mögliche Symptome

Nesselsuchtartige Hautreizungen, Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen, Unwohlsein, hochgradig allergisierend.
Bei hohen Konzentrationen (ungeschützte Verarbeitung): Asthma

Quelle: Umweltinstitut

"Lösemittel" - flüchtige organische Verbindungen

Mögliches Vorkommen – Kurzbeschreibung

Kleber, Lacke, Farben, Anstriche, Möbel, Bodenbeläge, Reinigungsmittel, Farbstifte, Abbeizmittel
Ausgasung in den ersten Tagen bis Wochen am stärksten, im Schadensfall erheblich länger!

Mögliche Symptome

Kopfschmerz, Unwohlsein, Schlafstörungen, Übelkeit, z.T. Geruchsbelästigung, trockene oder gereizte Schleimhäute, in hoher Dosis narkotisierend.

Quelle: Umweltinstitut 

Magnetfelder, elektr. Felder - "Elektrosmog"

Mögliches Vorkommen – Kurzbeschreibung

Nahbereich (wenige Meter) von Elektrogeräten und Stromleitungen
Niederfrequente Magnetfelder bauen sich bei Stromverbrauch auf; elektrische Felder existieren immer im Bereich von spannungsführenden Stromleitungen.

Hochfrequente Felder werden vor allem von DECT-Schnurlostelefonen ganztags abgestrahlt, aber auch im Nahbereich von Mobilfunk-Basisstationen.

Mögliche Symptome

Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Unwohlsein. Hinweise auf Häufungen von Leukämie- und Hirntumorfällen bei exponierten Personen.

Quelle: Umweltinstitut

Ozon

Mögliches Vorkommen – Kurzbeschreibung

Kopiergeräte, Laserdrucker, UV-Lampen.
Ozon entsteht durch elektrostatische Aufladung während des Kopier- oder Druckvorganges.

Mögliche Symptome

Müdigkeit, Kopfschmerzen, Einschränkung der Lungenfunktion. Bei höheren Konzentrationen: Husten und Schleimhautreizungen.

Quelle: Umweltinstitut

PAK - Polyaromatische Kohlenwasserstoffe

Mögliches Vorkommen – Kurzbeschreibung

Steinkohleteer (Teerestrich, Teerkleber, Teerpappe), Karbolineum, Bahnschwellen, Tabakrauch, Brände.
Kritisch sind Produkte vor allem aus den 50er und 60er Jahren.

Mögliche Symptome

Geruchsbelästigung (dumpf-muffig), einige PAK sind krebserzeugend.
Alte Bahnschwellen nicht wiederverwenden (auch wegen PCP). Teerkleber enthalten häufig auch Asbest!

Quelle: Umweltinstitut

PCB - Polychlorierte Biphenyle

Mögliches Vorkommen – Kurzbeschreibung

Dauerelastische Dehnungsfugen vor 1978, Kondensatoren, Drosseln, Trafos, Lacke, Druckerzeugnisse, Weichmacher, techn. Öle.
Schwer abbaubare Chlorkohlenwasserstoffe reichern sich im Körperfett an, enthalten Verunreinigungen wie Furane und polychlorierte Naphthaline.

Mögliche Symptome

Chronische Symptome:

  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • Störung des Immunsystems
  • Fruchtschädigendes Potential
  • Verdacht auf krebserzeugendes Potential

Quelle: Umweltinstitut

Pestizide

Holzschutzmittel - Schädlingsbekämpfungsmittel

Mögliches Vorkommen – Kurzbeschreibung

Anstriche von Massivhölzern im Innenraum, Lederimprägnierung, Teppichböden, Latex, Mottenstreifen Schädlingsbekämpfung, Insektensprays, Elektroverdampfer
z.B. Lindan, PCP, Dichlofluanid, Permethrin, Chlorpyrifos. PCP enthält herstellungsbedingt Dioxine und Furane, seit 1990 in Deutschland verboten.

Mögliche Symptome

Mattigkeit, Lustlosigkeit, Allergien, Schädigung des Immunsystems, Störungen der Nieren- und Leberfunktion, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Schleimhautreizungen, Unruhe, PCP wurde als eindeutig krebserregend eingestuft.

Quelle: Umweltinstitut

Radon

Mögliches Vorkommen – Kurzbeschreibung

Erdreich, Baustoffe (Bodenschüttungen, Granit, Fliesen, Ziegel).
Natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas, diffundiert durch Kellerwände oder aus älteren Baustoffen in den Wohnraum.

Mögliche Symptome

Mit den Sinnesorganen nicht wahrnehmbar.
Nach dem Rauchen häufigste Ursache für Krebs (Lungenkrebs).

Quelle: Umweltinstitut

Kohlendioxid in der Innenraumluft - gesundheitliche Bewertung:

Mitteilungen der Ad-hoc-Arbeitsgruppe Innenraumrichtwerte der

Innenraumlufthygiene-Kommission des Umweltbundesamtes und

der Obersten Landesgesundheitsbehörden

Zusammenfassung

Seit 150 Jahren gilt die Konzentration von Kohlendioxid in der Raumluft als Indikator für die Luftqualität in Aufenthaltsräumen des Menschen. Im Gegensatz zu mechanisch belüfteten Gebäuden, für die mit der

DIN EN 13779 vier gestufte Wertebereiche eingeführt wurden, liegt seit dem 1858 von Pettenkofer vorgeschlagenen Richtwert von 1000 ppm Kohlendioxid keine neuere Bewertung für natürlich belüftete Innenräume vor. Die Ad-hoc-Arbeitsgruppe Innenraumrichtwerte des Umweltbundesamtes und der Obersten Landesgesundheitsbehörden leitet aus der Bewertung aktueller Interventionsstudien gesundheitlich-hygienisch begründete Leitwerte für Kohlendioxid in der Raumluft ab. Danach gelten Konzentrationen unter 1000 ppm Kohlendioxid in der Raumluft als unbedenklich, Konzentrationen zwischen 1000 und 2000 ppm als auffällig und Konzentrationen über 2000 ppm als inakzeptabel.

Damit stellt die Ad-hoc-Arbeitsgruppe nach den TVOC-Werten eine weitere übergreifende Hilfe zur Bewertung der Luftqualität in Innenräumen zur Verfügung.

Quelle: Bundesgesundheitsbl - Gesundheitsforsch - Gesundheitsschutz 2008 · 51:1358–1369 DOI 10.1007/s00103-008-0707-2
© Springer Medizin Verlag 2008
Bekanntmachung des Umweltbundesamtes

Schimmelpilze – der Befall ist oft nicht sichtbar

Mögliches Vorkommen - Kurzbeschreibung

Zu hohe, oft mit der Haut nicht fühlbare Feuchtigkeit im Außenwandbereich (Putz, Tapeten, Anstriche, Silikondichtungen) teilweise verdeckt hinter Tapete / Holzverschalung oder abgehängter Decke. Typischer Befall ist oft nicht sichtbar. Schwarze Flecken treten nur unter bestimmten Bedingungen auf.
Ursachen: Oft schlechte Isolierung, Baumängel, Wasserschäden, verschlossene Entlüftungen von Dunkelbädern; gelegentlich mangelhafte Lüftung oder Beheizung.

Mögliche Symptome

Gefühl nach "trockener Luft", Atembeschwerden, Schnupfen, Halskratzen, Hustenreiz, Bronchitis, Allergien, Neurodermitis, Nebenhöhlenentzündungen.
Symptome auch bei Nicht-Allergikern möglich. Einige Pilzarten sind krankheitserregend und lösen bei empfindlichen Personen z.B. Lungenentzündung aus.

Quelle: Umweltinstitut

Schwermetalle

Mögliches Vorkommen – Kurzbeschreibung

Farbpigmente, ältere Holzschutzmittel, Stabilisatoren für PVC, Batterien, Autoreifen, Dünger, Fehlbodenschüttungen, PVC-Bodenbeläge, Teppichboden

Vorsicht bei Renovierungen im Altbau! Abbeizen schwermetallhaltiger Farben kann zu Vergiftungen führen!

Mögliche Symptome

Vielfältige akute und chronische Vergiftungssymptome, teilweise allergieauslösend, nervenschädigend.

Quelle: Umweltinstitut

 

Weichmacher

Mögliches Vorkommen – Kurzbeschreibung

Zusatzstoff für PVC, Bestandteil von Wandfarben, Lacken, Klebstoffen, Kosmetika, Fußbodenbelägen, Vinyltapeten, Elektrokabeln, Türdichtungen, Kunstleder, Duschvorhängen, abwischbaren Tischdecken.
Die am häufigsten eingesetzten Weichmacher sind DEHP und DBP. Weichmacher treten über lange Zeit aus. Weit verbreitet, aber wenig beachtet.

 

Mögliche Symptome

DEHP wird von der amerikanischen Umweltbehörde EPA als wahrscheinliches Hautkarzinogen eingestuft. Bei DEHP und DBP Verdacht auf zentralnervöse Effekte, Störungen des Immunsystems und Fortpflanzungsstörungen.

Quelle: Umweltinstitut